Weniger Stress auf Platz 1:

Gemäß einer umfangreichen Studie der DAK stand bei den Vorsätzen für das Jahr 2014 „weniger Stress“ auf Platz 1. 53% der mehr als 3.000 Befragten gaben an, dieses als wichtigstes Vorhaben umsetzen zu wollen.

Doch das ist schwerer, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn oft tritt Stress spontan in Situationen auf, die schwer zu kontrollieren sind. Zeitdruck, Projekte, Mitarbeiter, Kunden und eigene Fehler können massiven Stress auslösen, welcher dauerhaft krank macht.

Folgende fünf Schlüssel ermöglichen Ihnen, dennoch mehr Gelassenheit und weniger Stress erleben zu können. Lesen Sie, wie es gelassene Menschen schaffen, auch in stressigen Situationen ruhig, aktiv und kontrolliert zu bleiben.

Stress ist eine spontane Reaktion

Wenn Sie etwas sehen oder erleben, was Sie stresst, sind Sie häufig erschrocken, überrascht, wütend, enttäuscht oder erbost. Im Stress treten also Gefühle auf – spontan und biologisch bestimmt.

Gegen diesen ersten Energieschub, den Sie bei Stress empfinden, können Sie nichts tun. Denn in diesem Augenblick wollen Menschen aufgrund eines alten „Steinzeit“-Programmes entweder laufen oder raufen. Um Ihren Verstand wieder einzusetzen, um ihn wieder für sich und nicht gegen sich arbeiten zu lassen - müssen Sie dafür wieder komplett entspannt sein? Nein - ein bisschen gelassener reicht schon.

Denn auch wenn Sie nur etwas ruhiger sind, können Sie bereits wieder einigermaßen normal denken und Ihren stressigen Alltag überlegt meistern. Doch wie können Sie sich in einer Stresssituation schnell wieder entspannen? Wie können Sie Ihren Energiepegel wieder senken? Die Antwort auf diese Fragen liefern Ihnen die fünf Schlüssel zur Gelassenheit.

 

Der erste Schlüssel: „Stopp! – Wenn ich Stress habe, mache ich erstmal gar nichts“.

Meist ist Stress keine Frage der Wahl, sondern eine spontane, automatische, biologisch programmierte Reaktion. Sonst wäre es ja einfach, ruhig zu bleiben. Doch typische Reaktionen unter Stress sind nervöse Überreaktionen oder eine passive Schockstarre. Beide Weisen sind nicht optimal, um aus der Situation das Beste zu machen. Denn: „Mit geballter Faust denkt es sich schlecht!“.

Besser ist es hier sich anzugewöhnen, für einen kleinen Augenblick erstmal gar nichts zu tun. Hier reichen schon fünf Sekunden. Denn das steigert die Qualität des Denkens und Handels enorm. Der erste Schlüssel zu mehr Gelassenheit lautet also: „STOPP! - Wenn ich Stress habe, mache ich erstmal gar nichts“.

Wie können Sie sich daran erinnern, nichts zu tun? Denn im Stress sind Ihnen die Schlüssel zur Gelassenheit egal, Sie wollen entweder laufen oder raufen.
Überlegen Sie sich - um glücklicher zu sein, um besser mit sich selbst umgehen zu können oder um öfter mit sich in Einklang zu sein – zwei klare Kommandos an sich selbst: Wenn, dann… „Wenn ich das nächste Mal Stress empfinde, dann mache ich erstmal gar nichts!“. Wie sehen Ihre Kommandos aus?
Wenn Sie zwei Kommandos haben, die Sie sich täglich bewusst machen, dann wird es Ihnen zukünftig leichter fallen, gelassen auf den alltäglichen Stress zu reagieren.

 

Der zweite Schlüssel: „Wie atme ich?“

Nach der kurzen Pause des „aktiven Nichtstuns“, um das eigene Gemüt zu beruhigen, geht es nun darum, aus dem Gedanken-Karussell und dem unter Stress meist unangenehmen Kopfkino, rauszukommen. Dies funktioniert mit der einfachen Frage: „Atme ich noch?“. Mit ihr vergewissern Sie sich, ob Sie noch atmen. Auch wenn diese Frage jetzt auf den ersten Blick nahezu lächerlich einfach wirkt, ist sie enorm wichtig. Denn die eigene Atmung ist der Schüssel zur stets vorhandenen inneren Weisheit. Unter Stress ist diese blockiert und nicht nutzbar.

Die Atmung ermöglicht Ihnen außerdem wertvolle Kraft und einen Moment der erholsamen Ruhe- und das nicht nur in der Stresssituation! Um sich täglich gelassen und entspannt zu fühlen und um jeden Tag in Ruhe und Entspannung beginnen zu können, konzentrieren Sie sich täglich bewusst auf Ihre Atmung. Es reicht bereits eine Minute.

Spüren Sie bewusst Ihre Atmung und was während der Atmung in und mit Ihrem Körper passiert. Nehmen Sie dann wahr, wie Sie Atmen: „Wie atme ich?“. Nehmen Sie einige bewusste Atemzüge und spüren Sie, was passiert.

Zusätzlich können Sie danach noch Ihre Aufmerksamkeit auf die Geräusche um Sie herum lenken. Dafür fragen Sie sich, weiterhin möglichst mit geschlossenen Augen, „Was höre ich?“. Was hören Sie außerhalb des Raumes, was innerhalb? Lauschen Sie den Geräuschen ohne sie zu erklären.

 

Der dritte Schlüssel: „Was kann ich jetzt konkret tun?“

Dieser Schlüssel ermöglicht Ihnen abschließend, aktiv und überlegt zu handeln. Hierfür ist es wichtig, sich selbst zu sortieren und sich eine Übersicht zu verschaffen. Es braucht eine neue stressfreie Perspektive. Dies funktioniert mit der Beantwortung einfacher Fragen, die das eigene Denken in eine konstruktive Richtung lenken. Solche Fragen lauten beispielsweise: „Was kann ich jetzt konkret tun?“ „Wann habe ich so etwas schon mal bewältigt?“ „Wer kann mir helfen?“ Was würde mein Vorbild jetzt tun?“. Diese Fragen lenken die eigenen Gedanken in die eigene Einflusszone.


Auch durch die Technik „Ja, und“ können Sie sich wieder selbst sortieren und eine stressfreie Perspektive einnehmen. Brechen Sie aus dem Stresskreislauf aus, indem Sie sich im ersten Schritt dem Stress zuwenden und sich eingestehen, dass gerade etwas nicht so läuft, wie Sie es gerne hätten: „Ja, ich bin gerade gestresst“ oder „Ja, gerade ist etwas schief gelaufen, deswegen fühle ich mich jetzt schlecht“. Nach der Zuwendung folgt ein zweiter Schritt, der sehr entscheidend ist: Denken Sie weiter! Verharren Sie nicht im Stressgefühl, sondern brechen Sie aus, indem Sie sich beispielsweise klar machen: „Und es wird gleich wieder besser“ oder „Und es wird nichts Schlimmes passieren“.

 

Der vierte Schlüssel: Tun Sie einfach so, als ob alles gut wäre.

Wann immer Sie das nächste Mal Stress empfinden: Tun Sie intensiv, für mindestens eine Minute so, als ob alles gut wäre. Tun Sie so, als wären Sie völlig entspannt, ruhig und bei sich. Lächeln Sie. Tun Sie so, als ob Sie alles im Griff hätten. Denn dann werden Sie tatsächlich wieder alles im Griff haben.

Wenn Sie so tun, als wäre alles gut und als würde alles nach Ihren Wünschen laufen, dann wird sich Ihre Fassung sofort verändern, auch wenn die Realität noch ganz anders aussieht. Lächeln Sie, auch wenn eigentlich kein Grund dazu besteht, denn nur das Lächeln oder der Gedanke daran, dass alles gut ist, verschafft Ihnen eine ganz andere Körpersprache, die es gar nicht zulässt, dass Sie jetzt losbrüllen oder wütend sind:

Sie stehen aufrecht, Ihr Kopf ist gehoben und Sie strahlen Selbstbewusstsein aus.

Versuchen Sie mal, sich zu ärgern, wenn Sie eine solche Haltung eingenommen haben. Es wird nicht klappen, ohne dass Sie wieder in sich zusammenfallen und aufhören zu lächeln.

 

Der fünfte Schlüssel: „Was kann ich daraus lernen?“

Um der nächsten Stresssituation vorzubeugen, können Sie sich fragen, was Sie aus der Situation, die Sie momentan stresst, lernen können. Der Clou hierbei besteht darin, dass Stresssituationen wiederkehrend sind. Von 100 Stresssituationen sind 80 wiederkehrend und nur 20 unterschiedlich. Wenn Sie sich bewusst machen, was Sie aus Ihrem Stress lernen können, dann haben Sie viel weniger Stress.

Auch wenn es im ersten Moment nicht so scheint, können Sie aus jeder Situation, die in Ihnen Stress hervorruft, etwas lernen – sei es inhaltlich oder emotional.

Fragen Sie sich also in Momenten, in denen Sie Stress empfinden: „Was kann ich in dieser Stresssituation lernen?“.