„Motiviert sein reicht alleine nicht“ oder „Das Problem mit dem inneren Schweinehund“

 

Obwohl in aller Munde, ist Motivation ein facettenreicher und nicht eindeutiger Begriff. Es gibt viele Theorien, konzentrieren wir uns auf die Führungsaspekte. Sie wollen in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern eine Leistungsbereitschaft erreichen, die dafür sorgt, dass Anforderungen und Aufgaben am Arbeitsplatz bestmöglich erfüllt werden. Es müssen Ergebnisse erzielt werden. Daher wollen wir uns hier nur mit für Sie hilfreich anwendbaren Erkenntnissen beschäftigen.

 

Am Anfang eines Handlungsablaufs steht die Auswahl und Festlegung von Zielen. Darauf folgt die Planung als gedankliche Vorwegnahme des Geschehens einschließlich der Auswahl geeigneter Mittel zur Zielerreichung. Dann, nach erfolgter Durchführung der geplanten Aktion, wird eine Erfolgskontrolle durchgeführt. Bei einer Zielabweichung sind korrigierende Maßnahmen erforderlich. Jede dieser vorgenannten Schritte erfordert willentliche Entscheidungen. Je stärker die Störungen oder die Zielabweichungen sind, umso mehr bewusste Willenskraft ist erforderlich, die geplanten Ziele zu erreichen. Wir brauchen Anreize die stärker sind, als die Störungen. So sind viele Probleme auf eine mangelnde Selbststeuerung zurückzuführen. Welchen Einfluss können Sie als Führungskraft nehmen? Es stellt sich die Frage, nimmt der Impuls einer  Handlung seinen Anfang im Inneren des Menschen oder muss er von außen kommen? Wir unterscheiden in:

 

  • Motivierung, auch als "extrinsische Motivation" bezeichnet. Es Beschreibt die Umsetzung von Zielen durch von außen kommende Anreize, die mit positiven Folgen versehen sind oder negative Folgen vermeiden helfen. Beispiele: Versprechen der Belohnung, Lob vom Chef, höheres Gehalt, Prämien oder Provision, Erfolgsbeteiligungen und Sozialleistungen oder private Nutzung von Dienstwagen. Aber auch immaterielle Anreize wie Arbeitsplatzsicherheit oder mehr Einfluss gehören dazu. Es wird das Streben nach Sicherheit, Karriere und Prestige erfüllt. Die Wirkung extrinsischer Anreize nimmt einen anderen Verlauf, als die eines intrinsischen Impulses, denn extrinsische Motivation nimmt mit der Zeit deutlich ab. Ihre Wirkung muss durch Erneuerung oder Veränderung der Anreize aufrechterhalten werden. Dies bedeutet, dass entweder die 'Dosis' erhöht wird (etwa durch eine höhere Geldprämie) oder ein neuer Anreiz (etwa eine neue Sachprämie) geschaffen werden muss.

 

  • Motivation, auch als "Intrinsische Motivation" bezeichnet, ist ein innerer Antrieb, der zur Verwirklichung von Ideen führt. Diese Motivation wird als interessant, spannend oder herausfordernd erlebt. Faktoren wie Geld oder Bewunderung (von außen) spielen dabei keine auslösende Rolle. Der Anreiz wird durch Kontaktmotive, Leistungsmotive, dem Wunsch nach Sinngebung, Selbstverwirklichung und Erfolg ausgelöst. Häufig wird auch es auch als Fähigkeit verstanden, in Abhängigkeit der Situation eigenständig  eine geeignete Handlungsstrategie zu finden. Im Arbeitsalltag kann intrinsische Motivation durch eine starke Beteiligung des Mitarbeiters an Entscheidungsprozessen, flache Hierarchien oder eine Erweiterung der Mitarbeiterkompetenzen gefördert werden.

 

Das Problem: Viele Führungskräfte verwechseln Motivation mit Motivierung. Wer nur von außen motiviert wird, neigt zu kurzfristigen Aktivitäten. Er erwartet bei jedem darauf folgenden Mal, wieder und immer stärker motiviert zu werden. Nur wenn es gelingt, äußere Motive in innere zu verwandeln, entsteht echte Motivation. Forschungsergebnisse belegen, dass eine starre Trennung beider Motivationskonzepte nicht durchzuhalten ist. Beide sind in komplexer Weise miteinander verwoben. Forschungsergebnisse zeigen auch dahin, dass die intrinsische Motivation in dem Moment abnimmt, wo extrinsische Anreize wie etwa Geld oder Auszeichnungen für eine ursprünglich intrinsische Aktivität angeboten werden. Vermutlich wird das Gefühl der Selbstbestimmung unterlaufen. Der Handlungsimpuls wird von innen nach außen verschoben. Als Folge kann die Bereitschaft sinken, allein wegen einer intrinsischen Motivation zu Handeln und Leistungen zu erbringen.

Wie können Sie die Motivation der Mitarbeiter unterstützen?

 

  • Wertschätzender Umgang miteinander

  • Gute Arbeitshygiene (Betriebsklima)

  • Offenheit und eine gut entwickelte interne Kommunikation

  • Anerkennung in Form von Lob, Annerkennungsgesprächen

  • Ehrliche Möglichkeiten der Mitwirkung und Mitgestaltung

  • Verantwortungsübertragung

  • Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentfaltung

  • Motivation durch Teamarbeit

  • Materielle Mitarbeiterbeteiligung am gemeinsamen Erfolg

  • Weiterbildung / Training als Zeichen der Akzeptanz und Wichtigkeit


 

Tipp:

Nur extrinsische Anreize zu geben schafft keine dauerhafte und verlässliche Motivation.

Motivation kommt idealerweise von innen.

Selbstbestimmte Arbeit hat große Motivationskraft.