Im Magazin „gmbhchef.“ berichtet Philipp-Stephan Pütter über digitale Werkzeuge, die das Repertoire der Personalentwicklung erweitern.
Quelle/ Bild: gmbhchef. März - April 2017

Personelle Ressourcen sind die wichtigsten Voraussetzungen für den Unternehmenserfolg. Unternehmen müssen Lösungen finden, wie sie Potenzialträger in kompetente Führungskräfte verwandeln. Dabei macht die digitale Transformation auch vor der Personalabteilung nicht halt. Der Personalentwickler ermöglicht mithilfe neuer Tools und Prozesse selbstorganisiertes Lernen und gibt zugleich im Zusammenspiel mit den Führungskräften die Leitlinien vor.

Ökonomie im Umbruch: Die digitale Transformation greift tief in die wirtschaftlichen Prozesse und Strukturen ein. Nicht nur Produktions- und Vertriebsabläufe wandeln sich, sondern auch die Rahmenbedingungen der Arbeit selbst: Das Personalwesen wird digital. Es geht darum, die differenzierten Bedürfnisse der Mitarbeiter im Umgang mit neuen Technologien und Ansprüchen zu identifizieren und die positive Bewältigung der Transformation zu unter- stützen. Die „digitale Personalentwicklung“ schafft die Grundlagen für ein effizientes Kompetenzmanagement inmitten des Wandels. Und das nicht mehr nur durch die zentrale Auswahl allgemeiner Maßnahmen, sondern auch durch die bedarfsorientierte Förderung individueller Kompetenzen bis hin zum Selbst-Coaching.

Keine „digitale Wirtschaft“ ohne digitale Personalentwicklung

Die Jobanforderungen ändern sich immer schneller – Kompetenzlücken tauchen unvermittelt auf und es gilt, diese umgehend zu schließen. Daher handeln im Hinblick auf die eigene Weiterentwicklung immer mehr Mitarbeiter eigeninitiativ. Viele wünschen sich für die Anwendung ihrer spezifischen Fähigkeiten ein kreatives Umfeld mit partizipativen Strukturen. Dabei benötigt die Personalentwicklung die aktive Unterstützung der Führungskräfte. Diese sollten stets den Sinn der täglichen Bemühungen vermitteln sowie Orientierung bieten und damit die kontinuierliche Entwicklung der eigenen Mitarbeiter positiv vorantreiben.

Der Wettbewerb um vielversprechende Talente treibt die Anforderungen an die Personalentwickler in die Höhe. Noch immer sind sie für die Bedarfserfassung und die strategische Steuerung der Entwicklungsprozesse im Unternehmen zuständig. Zugleich müssen sie aber den Mitarbeitern vom Einsteiger bis zur Führungskraft das digitale Rüstzeug für die Eigeninitiative Entwicklung an die Hand geben. Nötig sind hierfür die zusätzliche Überprüfung sowie Vermittlung von Kompetenzen zur Selbststeuerung und Selbstreflexion, Lernagilität und analytischem Denken. Hier muss der Personaler passende Angebote machen und deren Erfolg durch regelmäßige Kontrollen prüfen.

Kein Gegensatz – eine Ergänzung

Mit den traditionellen Werkzeugen der Personalentwicklung wie Seminaren und Coachings allein ist das oft nicht mehr zu bewältigen. Neue netzbasierte Tools eröffnen den HR-Managern ein effizienteres und individuelleres Vorgehen, kurzfristig und arbeitsplatznah. Das beginnt zum Beispiel bei der Betriebsklimaanalyse mithilfe kurzfristiger Online-Umfragen. Über das Netz lassen sich die gesamte Belegschaft oder auch Teilgruppen von der Fachkraft bis zum Manager anonymisiert befragen. So liegt binnen kürzester Zeit ein Stimmungsbarometer vor, welches als Basis für die passenden Entwicklungsmaßnahmen dient.

Der Personalentwickler als Bereitsteller von Chancen

Auch für die individuelle Situations- und Potenzialanalyse auf jeder Stufe der Karriereleiter gibt es netzbasierte Werkzeuge, die vom Personaler bereitgestellt und dann vom Mitarbeiter durchgeführt werden – zeit- und ortsunabhängig, bedarfsgerecht angepasst auf die jeweilige Konstellation. Die Erkenntnisse können dann in die passenden Qualifizierungsmaßnahmen ein fließen, die auf klassischem Wege oder aber wiederum digital in Eigeninitiative durchgeführt werden. Die Tools für selbstorganisiertes Lernen gibt es längst. Neuerdings ist sogar ein effizientes Selbst-Coaching und eine persönliche Fern-Beratung durch versierte Online-Coaches möglich.

Entscheidend ist jedoch die Einsicht, dass neue Werkzeuge im Karrieremanagement weder das bestehende Wissen noch die Aufgaben der Personalentwickler obsolet machen. Sie erweitern das Repertoire ins Digitale und erschließen so neue Chancen beim Gewinn und beim Halten qualifizierten Personals. Zugleich behält die Personalabteilung durch die Auswahl der Tools und Inhalte die Kontrolle über die Personalentwicklung.